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Es ist nun vier Jahre her, dass ihr ein Studioalbum veröffentlicht habt,
viele Leute haben gedacht, ihr hättet euch getrennt! Was war denn nun
wirklich los?
Ulf:
Also getrennt hatten wir uns auf keinen Fall. Im Anschluss an die letzte
Veröffentlichung haben wir ja erst eine weltweite Promotiontour gemacht,
dann sind wir ins Studio gegangen und haben angefangen neue Songs für
dieses Album zu schreiben. Nach etwa der Hälfte der Zeit wurden wir
dabei unterbrochen, da die Plattenfirma unser Greatest Hits Album
veröffentlichen wollte. Da waren ja auch neue Songs drauf. Dann haben
wir dafür wieder Promotion gemacht und Videos gedreht, was etwa ein
halbes Jahr in Anspruch genommen hat. Also kann man eigentlich nicht von
4 Jahren Pause reden. (lacht) Getrennt haben wir uns aber nie. Es gab
natürlich viele Gerüchte, aber die sind nicht wahr. Irgendwann habe ich
mal in einem Interview gesagt, dass Jonas und ich nun nicht mehr 24
Stunden am Tag zusammen sind, was die Zeitung gleich als Anlass genommen
hat zu sagen wir würden uns trennen. Vielleicht hätte ich sagen sollen,
dass wir nicht mehr 24 Stunden sondern "nur noch" 16 Stunden miteinander
verbringen.
Insgesamt habt ihr über 150 Songs für dieses Album geschrieben, und nur
12 sind auf der neuen Cd, was ist denn mit den ganzen anderen passiert?
Ulf:
Naja, die liegen noch bei uns rum und warten darauf, produziert zu
werden. Von den 150 geschriebenen haben wir ja nur etwa fünfzig wirklich
produziert, von denen die Plattenfirma zwanzig ausgewählt hat, und die
besten zwölf sind jetzt auf dem Album.
Was
hat sich in den letzten vier Jahren musikalisch bei euch verändert?
Ulf:
Dies war die erste CD, bei der wir kein festgelegtes Abgabedatum hatten.
Die anderen CDs hatten immer schon gestern fertig sein müssen. Bei
dieser konnten wir uns erstmals richtig Zeit nehmen, so lange an den
Songs zu feilen, bis sie uns wirklich gefielen. Außerdem haben wir
erstmals eine rote Linie, die sich durch das ganze Album durchzieht. Es
ist ein kohärentes Ganzes geworden.
Wie
würdet ihr denn diese rote Faden beschreiben?
Jenny:
Es ist eine CD geworden, die man einfach in jeder Situation hören kann,
die man einfach in den Player legt und hört. Es gibt einen Song auf dem
Album, der heißt "Ordinary day". Und genau für einen solchen Tag ist
unsere CD. Sei fröhlich, sei bewegt, sei traurig. Es ist wie eine kleine
Reise die man mit dem Album macht.
Ulf:
Außerdem kann man irgendwie sowohl unsere Wurzeln noch hören, als auch
neue Grooves und neue Sounds.
Manche
Kritiker raunen nun schon, dass eure Musik sich nie wirklich verändert
hat ...
Ulf: ...
naja, das stimmt natürlich, wir haben unseren eigenen Sound, den man
immer wiedererkennt und den man ja auch oft versucht hat zu kopieren -
was manchmal klappt, meistens allerdings nicht. Ace of Base besteht ja
aus vier Personen, und unser Sound ist ein Kompromiss aus den vier
Einflüssen - und so gibt es natürlich eine bestimmte Formel, die wir
haben. Daraus auszubrechen ist nicht so leicht, denn sonst wäre es ja
nicht mehr Ace of Base.
Jenny:
Außerdem hat es ja auch viel mit unseren Stimmen zu tun, wenn Malin und
ich singen, erkennt man unsere Stimmen eben als Ace of Base und nicht
als Celine Dion.
Ulf: Wir
machen einfach Popmusik pur.
Wenn
ihr von Leuten sprecht, die euren Sound kopieren, denkt ihr da an
jemanden ganz speziell?
Ulf: Auf
unserer ersten CD hatten wir ja Beats und Sounds, die ganz neu waren,
die bis dahin niemand so verwendet hatte, und die durch uns den Einzug
in die Popmusik gefunden haben. Wir haben ja auch bereits Anfang der
Neunziger mit Produzenten wie Max Martin und Denniz Pop gearbeitet, die
später dann die Backstreet Boys, N'sync und Britney Spears gemacht
haben. In jeder dieser Gruppen hört man auch ein wenig Ace of Base. In
den poppigen Melodien, den Dancebeats, und der Art wie die Songs
produziert werden.
Jenny:
Es ist nun auch nicht so, dass wir das unbedingt kritisieren wollen.
Wenn man etwas veröffentlicht, und es funktioniert, dann ist ja klar,
dass auch andere Leute versuchen damit Erfolg zu haben.
Das
volle Interview findet ihr
hier
- Das Urheberrecht an diesem Interview liegt bei Binh Nguyen
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